Umwelt

Neubaugebiet "An der Jugendherberge"

Zur "Diskussion" um das Neubaugebiet "An der Jugendherberge": Die dogmatische Ablehnung fast jeglicher neuer Entwicklung in Lindlar seitens der Grünen Lindlar ist schlussendlich noch nicht einmal der Umwelt dienlich.

Warum hat das grüne Umweltministerium in NRW bis zuletzt erlaubt, dass das System des "ökologischen Ausgleichs" nicht reformiert wird? Es ist doch widersinnig, dass man durch das Abholzen von Wald (Fichten) und Wiederaufforsten (bspw. mit Buchen) ohne einen neuen m² Wald zu schaffen hektarweise Bauland "ausgleichen" kann.

Würde man nach der Rodung der Fichten den Wald zu "wildem" Wald mit einer extensiven Aufforstung wachsen lassen, hätte sowohl die Natur gewonnen und die Gemeinde könnte bei der Erschließung durch die fast nicht vorhandenen Wiederaufforstungskosten viel Geld sparen - was man bspw. in die energetische Sanierung stecken könnte.

Gerade eben weil sich der "ländliche Raum" nicht entwickeln darf, fallen hier an manchen Stellen die Immobilienpreise. Die Verteufelung des Autos durch die Grünen trägt hierzu nicht unerheblich bei. Und nicht zuletzt fehlen jedem Verkäufer oder Käufer einer Immobilie die 6,5% Grunderwerbsteuer. Wenn man selber baut, hat man diese nur für das Baugrundstück, nicht aber für das Haus zu zahlen. Wer hat die Grunderwerbsteuer zuletzt noch erhöht? Rot-Grün. Der von der FDP geplante Freibetrag in der Grunderwerbsteuer ist somit u.a. auch ein umweltpolitischer Beitrag.

Ein Eisspeicher für das Rathaus?

Laut Berechnungen einer Firma, die den Eisspeicher bauen möchte (und hier nur wenig Wettbewerb zu fürchten hat), ist der Eisspeicher die "wirtschaftlichste" Lösung - wenn man die fast 300.000 EUR Fördermittel einbezieht. Immer bedenken: auch Fördermittel sind Steuergelder! Es gibt aber ein paar Nachfragen:

1) Förderprogramme: Warum sollen elektrisch betriebene Luft/Wasser-Wärmepumpen nur bis 37,5 kW Nennwärmeleistung gefördert werden, wenn die Bafa selbst unter http://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/ee_waermepumpen_anlagenliste.pdf?__blob=publicationFile&v=10 bspw. die Wärmepumpe "Vitocal 300-A AWO 302.A60" (Seite 32) mit 50,32 kW Nennwärmeleistung angibt?

2) Warum wird keine "Hybrid-Lösung" kalkuliert, mit bspw. Luftwärmepumpe, PV-Analge und (vorhandener) Gasheizung für die Spitzenlastabdeckung (Stunden unter 0°C Außentemperatur) - und ggf. kleiner eigenen Heizung für den Neubau?

3) Warum wird mit einem so hohen Gaspreis gerechnet (5,3 Cent/kWh)? (Günstigster) Gaspreis bei Verivox: ca. 4,5 Cent / kWh. Das ist für die Kalkulation nicht unerheblich.

4) Der geplante Anbau ans Rathaus (nach EnEV 2016) mit ca. 800 m² würde eine (eigene) Gasheizung für 60-70 Tsd. EUR benötigen? 20.000 EUR sollten hier mehr als ausreichen!

5) Alt- und Neubau werden wahrscheinlich unterschiedliche Vorlauftemperaturen benötigen. Warum plant man hier nicht zwei Heizsysteme, so dass beide Gebäude jeweils optimal beheizt werden können?

6) Ist die Förderung für den Eisspeicher überhaupt gewährleistet? In der "Grenzstrommix-" bzw. "Verdrängungsstrommix"-Betrachtung liegt die derzeitige kW-Stunde-Strom bei 800-900 g CO2 / kWh bzw. bei ca. 600 g CO2 / kWh im Jahre 2030. Das ist ca. um den Faktor 3 höher als bei Gas. In der ersten Rechnung war noch von einer Jahresarbeitszahl von 4,5 die Rede. Was stimmt denn nun?

Umweltschutz durch Photovoltaik

Die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Lindlar beantragt, dass der Einsatz von Photovoltaikanlagen auf allen kommunalen Liegenschaften überprüft wird, einschließlich der 100%-igen Tochterunternehmen.

Insb. soll überprüft werden, inwiefern PV-Anlagen unter 10 kWp mit einen möglichst hohen Eigenverbrauch in der Liegenschaft eingesetzt werden können.
Faktoren: häufige Nutzung, nach einer Heizungsmodernisierung mit Wärmepumpe und/oder bei Nutzung einer Lüftungsanlage.

Begründung:

Die Zinsen für Investitionen liegen für die Kommune bei knapp 0%. Gleichzeitig hat die Gemeinde einige Liegenschaften, in denen der Strom nicht nur eingespeist, sondern auch direkt vor Ort verbraucht werden kann. Hier müsste sich mit Photovoltaik-Anlagen eine positive Rendite ergeben können. Ebenso sollte die Ost-West-Ausrichtung auf Flachdächern in Erwägung gezogen werden.
Als Bonus kann die PV-Anlage in der Regel auch über den Abschreibungszeitraum von 20 Jahren hinaus (mit dann geringeren Erträgen) weiterbetrieben werden.

Umweltschutz durch Wärmepumpen

Die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Lindlar beantragt, dass insb. bei Neubauten oder nach Sanierungen von Gebäuden der Gemeinde Lindlar oder ihrer Töchter vorzugsweise Wärmepumpen anstelle von Gas- oder Ölheizungen eingesetzt werden. In Altbauten vorhandene fossile Heizungen können übergangsweise noch im Hybrid-Betrieb mit eingebunden werden, solange es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.


Begründung:

Auf der UN-Klimakonferenz von Paris wurde beschlossen, die Erderwärmung auf 1,5 bzw. 2 °C Ziel zu begrenzen. Die einzige Möglichkeit, dieses Ziel zu erreichen, ist die Dekarbonisierung, also der Ersatz von fossilen Energieträgern durch CO2-freie Energieerzeugung. Es unterminiert diese Zielsetzung, wenn ein reiches Land wie Deutschland, das international eine Vorreiterrolle spielen sollte, weiterhin in Neubauten bei Heizsystemen auf fossile Brennstoffe setzt.

Insb. Geothermie-Wärmepumpen haben den Vorteil, dass sie

a) eine ausgereifte Technologie sind.

b) bei uns im Bergischen Land die Erdsonden mit die höchste Wärmeleistung erzielen (im Gegensatz zu Sandböden).

c) die Gebäude immer dichter werden und damit durch innere Wärmequellen (Abwärme Personen / Kochen / Elektrogeräte) und solaren Wärmeeintrag durch die Fenster einen immer größeren Kühlbedarf haben. Geothermie kann hier eine sog. "freie Kühlung" (Naturkühlung) anbieten, indem man einfach die Kühle des Erdreichs nutzt => und damit direkt das Erdreich für den Winter wieder "regeneriert". Durch den Klimawandel wird der Kühlbedarf in Zukunft sogar noch steigen.

d) der Gas-Anschluss mit Leitungen (inkl. Wartung / Schornsteinfeger) eingespart werden kann und keine Abgasleitung erforderlich ist. 

e) Seit 1.1.2016 der Primärenergiefaktor für Strom bei nur noch 1,8 liegt. In naher Zukunft mit immer höherem Ökostromanteil wird der Primärenergiefaktor gegen eins und vielleicht noch darunter sinken.
Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von 4 (typisch für Geothermie) liegen damit beim Primärenergieverbrauch nur knapp bei der Hälfte von Gasbrennwertthermen - und werden in der Zukunft automatisch immer umweltfreundlicher. Heizungen werden in der Regel erst nach 20-25 Jahren getauscht, deshalb sollte im Neubau jetzt direkt richtig investiert werden. Derzeit ist allerdings zu beachten, dass im Winter der Strom für eine zusätzlich installierte Wärmepumpe primär aus Kohlestrom erzeugt wird, was die Umweltbilanz je nach vorhandemen COP verschlechtern kann und ggf. aus ökologischen Grünen eine Hybrid-Lösung notwendig macht (bspw. Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen).

f) Die Mehrkosten sind extrem gering. U.a. dank Marktanreizprogramm (BAFA) gibt es Förderprogramme. Die niedrigen Zinsen bringen uns in die Verantwortung, diesen Vorteil für eine umweltfreundliche Heiz- (und Kühltechnik) zu verwenden. Es gibt wenig andere Klimaschutzmaßnahmen, die bei einer nur geringen Erhöhung der (Bau-)Kosten dann ca. 50% des Primärenergieverbrauchs und langfristig sogar Geld (bei den Nebenkosten) einsparen.

f) Eine Photovoltaik-Anlage kann einfach eingebunden werden, da man den Strom nicht verkaufen muss, sondern auch im Eigenverbrauch z.T. für die Wärmepumpe nutzen kann. Insb. wenn eine Lüftungsanlage rund um die Uhr läuft, kann der Strom ganztägig für die Lüftungsanlage genutzt werden. Das Contracting-Verfahren könnte ggf. eine Lösung sein, die Investitionskosten nicht weiter zu erhöhen. 

g) Wärmepumpen haben je nach Verbrauch einen eigenen, günstigeren Stromtarif, da sie zu Spitzenlastzeiten nicht laufen müssen. So wird der Netzbetrieb stabilisiert und die Kosten für die Energiewende sinken. Hiervon profitiert aber in erster Linie die Allgemeinheit, nicht der Betreiber.

h) Pellet- oder andere Biomasse-Heizungen sollten vorzugsweise da eingesetzt werden, wo für das Heizsystem immer noch hohe Vorlauftemperaturen notwendig sind (un sanierte Altbauten).ibungszeitraum von 20 Jahren hinaus (mit dann geringeren Erträgen) weiter betrieben werden.

Klimaschutzfonds einrichten

Antrag an den Haupt- und Finanzausschuss
Klimaschutzfonds einrichten

Sehr geehrter Herr Dr. Ludwig,
sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen,

die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Lindlar beantragt, dass die Gemeinde Lindlar einen Klimaschutzfonds einrichtet. Siehe hierzu Klimaschutzkonzept Punkt „KomVor 3“. 

Welcher Betrag in den Klimaschutzfonds eingebracht werden soll, möge bitte die Verwaltung vorschlagen. Bspw. könnten hier die Beträge aus der ansonsten nicht genutzten Investitionspauschale einfließen, vorbehaltlich der juristischen Zulässigkeit.

Begründung

Zum 1.4.2015 beginnt ein Klimaschutzmanager in der Gemeinde Lindlar zu arbeiten. Damit dieser   handeln kann, benötigt er natürlich auch Geld.

Die Einrichtung eines Klimaschutzfonds hat den großen Vorteil, dass die Ausgaben und die Einsparungen durch Klimaschutzmaßnahmen transparent werden und nicht irgendwo im Haushalt verschwinden. Je schneller sich eine Maßnahme auch wirtschaftlich amortisiert, desto schneller steht im Fonds wieder Geld zu Verfügung, die nächste Klimaschutzmaßnahme anzugehen. Dies führt dazu, insbesondere wirtschaftlich sinnvolle Klimaschutzprojekte anzugehen. Langfristig wird die Gemeinde durch diesen Fonds Geld gewinnen.

Da 2020 der Haushaltsausgleich erfolgen muss, wird es in Zukunft aber immer schwieriger, überhaupt noch Gelder bereit stellen zu können, deshalb sollte jetzt die Zeit genutzt werden.

Energiesparen durch Nachtabsenkung der (Straßen-)Beleuchtung

Die FDP-Fraktion im Rat der Gemeinde Lindlar beantragt, dass grundsätzlich bei neuer Gehweg-, Anliegerstraßen- und Straßenbeleuchtung, sofern keine Beleuchtungspflicht vorgeschrieben ist, eine Nachtabsenkung der Beleuchtung vorgesehen wird.

Die Beleuchtung wird in der Zeit von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens auf 50% herunter gedimmt. Dies gilt nur für neue Beleuchtungsanlagen. Zusätzlich kann – falls technisch in der Leuchte möglich – ein Bewegungsmelder integriert werden, der in der Zeit, wo die Beleuchtung auf 50% reduziert ist, auf 100% schaltet, wenn eine Bewegung detektiert wurde.

Begründung

Auch bei neuer LED-Beleuchtung, die zwar vergleichsweise effizient arbeitet und vom Wirkungsgrad an die vorhandenen Natriumdampf-Lampen heran kommt, spart eine reduzierte Beleuchtung Strom, Kosten und schont die Umwelt. Außerdem sind die LED-Leuchten relativ teuer und eine Reduzierung auf 50% verlängert die Lebensleistung der LED-Leuchtmittel (durch bspw. geringere Temperaturen). Somit funktionieren die LED-Leuchten ggf. ein paar Jahre länger. Auch das spart Kosten.

Zur Info: Die Gemeinde Tuningen hat alle 450 Leuchten der Gemeinde in einem intelligenten Beleuchtungssystem zusammengefasst, dass neben der Bewegungsmeldersteuerung auch eine komplette Konfiguration (bspw. von Einschaltzeiten etc.) aus der Ferne ermöglicht. Dieses System wurde vom Bundesumweltministerium mit 20% gefördert. Vielleicht sollte man eine solche Förderung für neue Straßenbeleuchtungen auch anfragen bzw. sich hier zum Stand der Technik informieren oder bewusst unter Kosten / Nutzen-Gesichtspunkten die oben beschriebene einfache Lösung wählen.

Klimaschutzkonzept aktualisieren – Wärmepumpen nutzen

Die Fraktion der FDP Lindlar beantragt, dass das Klimaschutzkonzept um ein zweites Dokument ergänzt wird, in dem Abweichungen vom Klimaschutzkonzept dokumentiert werden können.

Als erste Abweichung möchten wir zum Punkt „3.3.7 Ausbau der Geothermie-Nutzung“ des Klimaschutzkonzeptes einen analogen Punkt hinzufügen und hier festhalten, dass Wärmepumpen derzeitig und zukünftig ein großes Potential zur CO2-Minderung haben.

Begründung

Das Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Lindlar ist eine Momentaufnahme für das Jahr 2012. Die Erstellerin des Konzeptes, Frau Lohoff von der Firma Gertec, hat der FDP-Fraktion gegenüber geäußert, dass das Klimaschutzkonzept vom Klimaschutzmanager in der Regel sowieso nicht 1:1 umgesetzt wird, weil sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit ändern. Dennoch sollten wir festhalten, wonach sich der etwaige Klimaschutzmanager und die Öffentlichkeit orientieren sollten.

Insbesondere Wärmepumpen (Heizungen und Kühlung, bspw. Luft, Wasser, Erde, Eis) werden durch den zunehmenden Anteil von erneuerbaren Energien immer CO2-ärmer und haben heute schon bei einer sog. Jahresarbeitszahl von 2 beim derzeitigen Strommix einen geringeren CO2-Verbrauch als Gas-Brennwertheizungen. Je nach Ausführung bewegen sich Wärmepumpen mit Luft in einem Bereich der JAZ von 2,5-3 und bei Sole/Eis im Bereich von 3,5-4,5.
Die Praxis zeigt, dass vielfach schon Wärmepumpen im Neubau eingesetzt werden. Durch falsche Lenkungswirkungen des EEG ist die ökologische Effizienz von Wärmepumpen aber häufig nicht automatisch auch wirtschaftlich. Dies kann nicht leicht korrigiert werden, weil hierzu eine vernünftige Bundespolitik notwendig wäre. Dennoch sollte die Gemeinde Lindlar die mit ökologisch effizienteste und für die Energiewende, wenn sie weiter gedacht würde,  sicherlich auch notwendige Form der Wärmeerzeugung, die Wärmepumpen, entsprechend würdigen.